Freitag, 23. März 2012

Konfirmationspredigten 2012 (17. & 18.3.2012)

Teil 1: Predigt zum Beichtgottesdienst am 17.3.2012

Liebe Konfirmanden, liebe Eltern und Freunde,
Fishermen's friend, so lautet der Titel des heutigen Gottesdienstes. Auf Deutsch: Der Freund der Fischer. Da geht’s – wie so oft in der Kirche – um Jesus – er ist der Freund. Und die Fischer, das sind wir Menschen. In der biblischen Geschichte die uns heute und morgen begleitet sind es wirkliche Fischer, aber ihr werdet schon noch merken: Ich glaube wir alle sind irgendwie Fischer. Aber zuerst einmal die biblische Geschichte, ihr habt sie auch vor euch liegen.  Lukas berichtet uns:
Einmal drängte sich die Volksmenge um Jesus und wollte hören, wie er Gottes Wort verkündete.
Jesus stand am See Gennesaret.
Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten die Netze.
Jesus stieg in eines der Boote, das Simon gehörte.
Er bat Simon, ein Stück vom Ufer wegzufahren.
Dann setzte er sich und sprach vom Boot aus zu den Leuten.
Als Jesus seine Rede beendet hatte,sagte er zu Simon:
"Fahre hinaus in tieferes Wasser! Dort sollt ihr eure Netze zum Fang auswerfen!"
Simon antwortete: "Meister, wir haben die ganze Nacht hart gearbeitet und nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen."
Simon und seine Leute warfen die Netze aus.
Sie fingen so viele Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.
Sie winkten die Fischer im anderen Boot herbei. Sie sollten kommen und ihnen helfen.
Zusammen beluden sie beide Boote, bis sie fast untergingen.
Als Simon Petrus das sah,fiel er vor Jesus auf die Knie und sagte: "Herr, geh fort von mir! Ich bin ein Mensch, der voller Schuld ist!"
Denn Schrecken ergriff ihn und die anderen, die dabei waren, weil sie einen so gewaltigen Fang gemacht hatten.
So ging es auch Jakobus und Johannes, den Söhnen von Zebedäus. Sie arbeiteten eng mit Simon zusammen.
Da sagte Jesus zu Simon: "Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!" Da zogen sie die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten Jesus.

Liebe Konfirmanden,
Fischer ist keiner von uns. Ihr seid noch Schüler, ich Pfarrer und wir können höchstens einen Hobby-Fischer aufbieten. Aber auch wir fangen uns manchmal etwas ein. Wir fischen im Trüben und bleiben in Netzen gefangen hängen. Und vielleicht kennt ihr das Gefühl: Unterwegs sein und nichts klappt richtig. In Netzen gefangen und eingeengt sein?

Die Fischer haben einfach nichts gefangen, obwohl sie lang gefischt haben. Und ich glaube das Gefühl kennen wir auch:
Ihr kennt das sicherlich aus der Schule: Ihr habt gelernt und trotzdem geht in der Probe etwas schief. Und ihr kriegt eine vier oder eine fünf. Vielleicht wart ihr auch zu faul oder das Fach macht gar keinen Spaß. Und dann kommt erst die 4, dann die 5, dann vielleicht noch eine 5 und ein Verweis wegen Schwätzens. Und je näher das Zeugnis kommt, um so mehr regen sich auch deine Eltern auf. Die Spannungen und der Druck machen das Lernen nicht leicht, das Netz wird immer enger. Statt Freizeit ist nun lernen angesagt, das ganze Zeug ärgert einen und dein Netz wird immer voller. Allerdings mit Müll und Frust und Wut und Ärger.

Oder wenn wir mal an Freundschaften denken: Ihr habt Freunde oder Freundinnen und versteht euch und plötzlich kommt ein Dritter dazu. Plötzlich habt ihr das Gefühl, dass ihr nicht mehr so wichtig seid. Vielleicht hat er oder sie auch etwas, das ihr nicht habt. Und ihr werdet misstrauisch und neidisch und freut euch gar nicht auf das Treffen der Freunde  - „ich komme nicht, wenn der dabei ist!“ Und irgendwann gibt es ein Missverständnis, ein Wort das Andere und der Streit ist da. Ein Streit an dem die ganze Clique zerbrechen könnte. „Soll er sich doch zuerst entschuldigen.“ Und wieder seid ihr drin im Netz, gefangen, ein Netz aus Neid und Missgunst, das sich immer enger um euch zieht. Und ihr seid festgehalten und genervt.

Und dann gibt’s Netze, an denen wir selbst schuld sind: Ein Fehler und wir sind gefangen. Zum Beispiel vom schlechten Gewissen, von der Angst, das andere meinen Fehler entdecken. Oder sie haben ihn schon entdeckt und wollen ihn ausplaudern. Oder dich spricht jemand an: „Hast du nicht..“ „Ich doch nicht, das war bestimmt...“ Eine kleine Notlüge um nicht entdeckt zu werden und das Netz wird immer enger. Und ihr habt euch wieder etwas eingefangen und seid gefangen.

Das ganze lässt sich lange erweitern, es trifft alle von uns. Immer gilt: Ich habe was gefangen, aber nicht was tolles sondern Scherben, Schrott.

Den Jüngern damals gin g es genauso, das waren keine besseren Menschen als wir. Und Jesus sagt zu Petrus: Fahre raus auf den See – Schauen wir uns dein Kuddelmuddel mal aus etwas Entfernung an.
Und Jesus beginnt zu erzählen. Von Gott, von seiner Liebe und dem, wie wir Menschen leben sollen. Ihr habt davon im Konfirmandenunterricht schon genug gehört und den meisten von euch bleibt es auch manchmal im Reli-Unterricht nicht erspart.

Die Jünger wissen genauso wie wir, dass das gar nicht so einfach ist, besser zu leben. „Wir haben doch schon probiert mal was gutes zu fangen. Nichts. Wir schaffen es nicht.“ „Probier es nochmal“ sagt Jesus zu den Jüngern. Wer auf Gott vertraut, der wird in seinem Leben gute Fänge machen. Und sie probieren es und fangen richtig viel: Mit Vertrauen auf Gott und Jesus. Sie merken, dass sich ihre Arbeit und Mühe lohnt, dass sich ein Leben mit Gott lohnt.

Und sie merken, wie oft sie schon gescheitert sind, wie oft etwas schief gegangen ist. Wie oft sie nicht Gott vertraut haben. Und Petrus spricht es aus. Er sagt: „Herr, geh fort von mir. Ich bin ein Mensch, der voller Schuld ist.“ Aber Jesus geht nicht fort. Jesus lässt einen Menschen nicht allein, nur weil er Fehler gemacht hat.
Jesus will, dass die Jünger neu anfangen. Sie lassen ihre Netze zurück und gehen mit Jesus mit. Sie werden Menschenfischer.

Wenn wir gleich darüber nachdenken, was wir falsch machen, in welchen Netzen wir gefangen sind, dann geht  es darum, dass Jesus will, dass auch ihr neu anfangen könnt. Dass ihr eure Netze, all das was euch hält, zurücklassen könnt und mit Vertrauen auf Gott neu anfängt. Dann werdet ihr nämlich auch zu Menschenfischern. Doch dazu dann morgen im Konfirmationsgottesdienst mehr.
Amen.

Teil 2: Predigt zum Konfirmationsgottesdienst am 18.3.2012

Liebe Konfis, liebe Gemeinde,
Fisherman's friends – Freunde des Fischers – So steht es auf ihrem Liedblatt als Überschrift, so lautet sozusagen die Überschrift dieses Konfirmationssonntags. Wir haben gestern schon mit einem ganz ähnlichen Begriff das Konfirmationswochenende begonnen. Gestern war die Rede von „fishermen's friend“ - von Jesus dem Freund der Fischer.

Für euch zur Erinnerung und für Sie zur Einführung eine kurze Rückschau: Lukas erzählt uns in der Bibel, dass Petrus und seine Freunde Fischer waren, die die ganze Nacht nichts gefangen hatten. Und obwohl man Nachts besser fischen kann als tagsüber sagt Jesus mitten am Tag zu den Fischern: „Fahrt hinaus und probiert es noch einmal.“ Und Petrus und seine Freunde vertrauen obwohl alles dagegen spricht auf Jesus und fahren noch einmal raus.
Und hier erzählt Lukas: Sie fingen so viele Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.
Sie winkten die Fischer im anderen Boot herbei.
Sie sollten kommen und ihnen helfen.
Zusammen beluden sie beide Boote, bis sie fast untergingen.
Und als Petrus das sieht wird ihm klar, dass er im Leben zu wenig auf Gott vertraut hat und er sagt „Herr, geh fort von mir! Ich bin ein Mensch der voller Schuld ist.“ Aber Jesus bleibt und er antwortet ihm: "Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!"

Gestern ging es um die Schuld, die uns manchmal klar wird, heute geht es um die Menschenfischer.
Das sind schon recht komische Leute, denn Sie haben kein Boot, keine Angel und kein Netz.
Aber Menschenfischer wollen ja auch Menschen fangen – oder besser begeistern. Menschenfischer sind – wie der Titel des Sonntags schon sagt – fisherman's friends – die Freunde des einen großen Menschenfischers, von Jesus.

Menschenfischer, das sind wir alle, wir Christen. Unser Netz ist unser Leben als Christ, und wenn uns das klappt, dann begeistern wir vielleicht auch andere Menschen, sind eben Menschenfischer.

Ihr, ihr Konfirmanden, durftet bisher sozusagen im Boot eurer Eltern und Paten mitpaddeln. Ihr durftet immer wieder erleben, wie wir Christen auf das Meer unseres Lebens hinausfahren. Wie wir unsere Netze auswerfen und versuchen christlich zu leben. Und sicherlich habt ihr auch immer wieder auch die anderen Boote der Christen beachtet, wie die so auf das Meer ihres Lebens hinausfahren.

Und wir, eure Eltern, Paten, Freunde und Verwandte und wir als Kirchengemeinde glauben ihr seid jetzt alt genug um euer eigenes Boot zu bekommen. Um selber als Christ auf das Meer des Lebens hinauszufahren und eure eigenen Netze auszuwerfen. Damit ihr auch gut vorbereitet seid, haben wir, Herr Geissler, Herr Galle und ich versucht euch ein bisschen zu unterrichten. Mit euch anzuschauen wie eure Netze funktionieren. Und wir haben darauf geachtet, dass ihr mit dem Hafen, wo ihr Kraft schöpfen könnt, in Berührung kommt – ich rede vom Gottesdienst. Einige von Euch mögen diesen Hafen, andere nicht, aber das ist ok.

Ich hoffe ihr habt in eurer Konfirmandenzeit auch ein bisschen was für euch selbst eingefangen: Entdeckungen im Glauben, Freundschaft und schöne Erinnerungen.
Bevor wir euch mit der Segnung sozusagen in euer eigenes Boot setzen will ich euch noch eine Sache mitgeben, die ich sehr wichtig finde. Nämlich den Satz von Jesus, als er zu Petrus sagt: „"Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!"

Wie wird man jetzt ein guter Menschenfischer, wie kann man ein gutes Leben leben? Schauen wir uns ein paar Fischer an, die auf ihrem Meer des Lebens fahren.

Da gib es die, die Beliebtheit, Karriere, Reichtum und Macht nachjagen. Sie fahren mutig auf ihr Meer hinaus, kommen aber oft nie an, sondern gehen kläglich unter. „Geld allein macht nicht glücklich“

Dann gibt es die, die versuchen möglichst schnell möglichst viel mitzunehmen: „Das Leben ist kurz! Genieße es“ Das ist dann wie bei der Hochseefischerei: Man hat ein volles Netz, aber da ist auch viel Klump drin.
Auch nicht das wahre.

Vielleicht wäre es besser, gar nicht erst aufs Meer hinauszufahren? Ganz nah am Ufer zu bleiben, ein Leben zu bleiben, das ganz sicher ist: Alles versichern: Gegen Einbruch und Diebstahl. Hauptsache einen sicheren Job – Egal ob er mein Traum ist. Das sind kleine Fische, aber macht nicht glücklich.

Bleibt der Ratschlag von Jesus „Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du Menschenfischer sein!“

Also erstmal hinaus auf das Meer des Glaubens, sich was trauen, auch mal was machen, was andere nicht tun. Mutig sein. Und dann: Menschen fischen. Genauso wie Jesus auf andere Menschen zu gehen. Mutig auch auf die, auf die sonst keiner zugeht. Auf die, die keiner mag und jeder mobbt. Auf die, die traurig sind, auch wenn alle anderen fröhlich sind. Auf die, die deine Hilfe brauchen.
Das kann ganz schön schwierig, das weiß ich. Aber deswegen sagt Jesus ja: „Hab keine Angst!“ Ich bin mir sicher, Gott wird in den schwierigen Momenten bei dir sein und dich begleiten.

So wirst du ein Menschenfischer und ich glaube als Menschenfischer wirst auch du viel fangen. Und so wünsche ich dir viel Erfolg bei deiner eigenen Fahrt in deinem eigenen Boot!
Amen.

Montag, 12. März 2012

Predigt zur Heilung des Taubstummen (Markus 7)

Inspiriert vom Heft der Christoffel-Blinden-Mission zu Okuli. Vielen Dank!


Liebe Gemeinde,
wenn wir Geschichten lesen oder hören in den Jesus heilt, dann sind das ganz besonders faszinierende Geschichten. Faszinierend, da diese Geschichten zwei Sachen erzählen: Die körperliche Heilung eines Menschen und gleichzeitig auch immer eine seelische Heilung, die den geheilten Menschen wieder mit seiner Umgebung verbindet. Ich glaube diese ganz spezielle Verbindung beider Elemente hat nur Jesus. Mit der körperlichen Heilung haben wir heute unsere Probleme. Ich persönlich kenne niemanden, der schon einmal jemanden durch Handauflegen geheilt hat. Und wenn ich davon höre bin ich eher etwas skeptisch.
Ich will also mit Ihnen auf die geistigen, die seelischen Aspekte der Heilung schauen.
Der Predigttext erzählt auch davon, er steht bei Markus im 7. Kapitel:

Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte.
Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, dass er die Hand auf ihn lege.
Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf!
Und sogleich taten sich seine Ohren auf und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig.

Und er gebot ihnen, sie sollten's niemandem sagen. Je mehr er's aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus.
Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.

Liebe Gemeinde,
was geschieht hier? Man bringt einen Taubstummen, einen der weder reden noch hören kann zu Jesus. Und taub oder stumm sein, das trifft auch auf uns zu.
Wie oft hören wir nicht hin oder hören das Falsche? Wie oft sind wir taub, da wir die Wahrheit nicht hören wollen.
Und wie oft schweigen wir, sind stummaus Angst den anderen zu verletzen oder um sich nicht streiten zu müssen. Oder aus Angst andere gegen sich aufzubringen.
Und manchmal sind wir auch beides gemeinsam, taub und stumm, taubstumm eben.
So kommt der Taubstumme zu Jesus, so kommen wir vor Gott. Was geschieht nun? Zuerst einmal eine ganz wichtige Sache: Jesus nimmt den Taubstummen beiseite. Er will ihm einen Raum geben, um ihm zuzuhören. Er will ihm einen Raum geben um er selbst zu sein. Er will, dass der Taubstumme nicht von den anderen beeinflusst wird, sich nicht zeigen oder darstellen muss. Er bietet einen Schutzraum.
Auch für uns gibt es Schutzräume. Manch einer zieht sich in sein Bett zurück und zieht sich die Decke über den Kopf. Manch einer betet. Und für viele ist die Kirche ein Schutzraum. Allein sein in der Kirche, allein mit Gott. Abseits von der Menge.

Dann legt Jesus dem Taubstummen die Finger in die Ohren und berührt ihm mit dem Speichel. Den Finger an die Ohren zu legen, das ist eine sehr starke Geste. Sie weist darauf hin, dass das was man hört zu einem durchdringen will.
Oft hören wir schlimme Dinge. Worte die hart sind, die uns verletzen. Und dann machen wir unsere Ohren zu. Jesus sagt mit seiner Geste: Mach sie auf. Hör auch auf die schönen Dinge, die dir gut tun. Manchmal sind sie leiser als die unschönen Dinge, manchmal muss man sich richtig anstrengen sie zu hören, aber es gibt sie. Schotte dich nicht ab, hör hin.

Und dann die zweite Geste Jesu, die Berührung des Mundes mit dem Speichel. Es ist so als wollte Jesus eine Blockade wegwischen. Als wollte er ganz sanft klar machen: Trau dich. Trau dich etwas zu sagen. Mache deinen Mund auf.
Es ist eine ganz zarte Geste, fast wie ein Streicheln. Gott bewegt uns manchmal durch die zarten Gesten.

Dann schaut Jesus zum Himmel. Auch das, wenn Sie sich die Szene bildhaft vorstellen, eine starke Geste. Das kann ganz verschieden Bedeutungen haben. Zum einen kann es ein stummes Gebet sein, einHerr im Himmel, hilf!. Zum zweiten zeigt es ganz klar, dass der Himmel, dass Gott immer, bei jeder Heilung, mit dabei ist. Nicht der Mensch heilt, sondern Gott.
Gerade wenn man eine schwere Krankheit oder einen Verlust hatte, weiß man das: Körperliche Beschwerden können geheilt. Das Weinen kann vorbei gehen. Aber die seelischen Beschwerden lassen sich nicht durch Medizin oder gut zureden heilen. Zu guter Letzt ist Gott bei jeder Heilung mit dabei.
Und wenn der Andere, in diesem Fall Jesus, hochschaut, betet, auf Gott hinweist, dann kann der Taubstumme auch an den Himmel glauben. Wenn wir Glauben spüren, fällt es uns leichter selbst zu glauben.

Und dann seufzt Jesus. Er spürt die Traurigkeit seines Gegenübers. Auch das kennen Sie sicherlich. Wie es einem selbst den Hals zuschnürt, wenn mein Gegenüber tief traurig ist.
Und wir kennen, dass wenn man so tief traurig ist, man selbst kaum etwas sagen kann. Traurigkeit macht stumm. Da tut es gut, wenn ein anderer unsere Gefühle benennt.Gell, dir gehts heut nicht gut. Dir ist so richtig zum heulen.Und manchmal reicht so eine Aussprechen der Gefühle und man wird befreit, man kann losheulen.

Und Jesus macht noch einen sechsten Schritt zur Heilung: Er befiehltHefata! Tu dich auf!“ „Jetzt sag schon, was ist los mit dir!“ „Jetzt trau dich, tus einfach!“ „Hefata, tu dich auf!Manchmal brauchen wir es, dass uns einer sagt:Jetzt mach schon!Manchmal sanft und manchmal stärker. Wer seelisch taub oder stumm ist, der braucht manchmal jemanden der ihn darauf hinweist und ihn auffordert doch endlich zu sprechen oder zu hören

Wir alle sind taub und stumm, manchmal das eine, manchmal das andere. Markus erzählt, wie wir uns davon heilen lassen können und wie wir uns gegenseitig helfen könne zu heilen:
Dadurch, dass wir dem anderen Raum geben, ihn auf das positive hinweisen, durch Gesten und Berührungen unterstützen, Gott einbeziehen und auf ihn vertrauen, die Gefühle des Gegenübers aussprechen und ihn ermutigen seine Taubheit und Stummheit zu überwinden.

Wir alle sind taub und stumm, aber das ist kein Zustand der bleiben muss. Gott will unsere Heilung. Und wir können anderen dabei helfen. Amen.